Neu-Veröffentlichung: „Adorf im Spiegel der Presse 1933-1945“

„Adorf im Spiegel der Presse 1933 – 1945“ ist der Titel eines neuen Druckwerks, das Erwin Brüne aus Diemelstadt-Rhoden über seinen Heimatort Adorf herausgegeben hat.

Das zufällige Lesen von einigen Zeitungsartikeln aus den 1930er Jahren über Adorf war Grund und Inspiration, einmal konsequent alle in der Presse veröffentlichten Artikel aus dieser Zeit zusammenzutragen, zu vervielfältigen und einer interessierten Leserschaft zur Verfügung zu stellen.



Die im Korbacher Stadtarchiv aufbewahrten alten Ausgaben der Waldeckischen Landeszeitung aus dieser Zeit wurden Band für Band durchgegangen und hinsichtlich Adorf betreffender Artikel durchsucht.

Die Texte wurden digitalisiert und anschließend - chronologisch geordnet - zu einem Druckwerk zusammengestellt.

Die Zeitungen enthielten damals nur ganz selten Fotos. Um die Lektüre der über Adorf erschienenen Artikel nun für den Leser interessanter, lebendiger und anschaulicher zu machen, wurden in dem Druckwerk nachträglich, wo immer es sich anbot, Fotos zu verschiedenen Berichten hinzugefügt. Sie stammen aus dem Fundus des Adorfer Fotografen Ostermann, zum Teil auch aus Privatbesitz Adorfer Familien.

Neben den alltäglichen Berichten über das örtliche Geschehen, den üblichen Gratulationen der Heimatzeitung zu Geburtstagen oder Ehejubiläen, den Berichten über einzelne Familien, Häuser oder Personen sind es vor allem eine Fülle von Berichte über parteipolitische Veranstaltungen und Aktivitäten.

Die Zeitungsberichte über Versammlungen und Veranstaltungen, die fast ausnahmlos im geräumigen Saal des Gasthauses “Zur Linde“ stattfanden, waren meist in großer Ausführlichkeit verfasst, so dass auch der unbeteiligte Leser durchaus ein anschauliches Bild von deren Ablauf gewinnen konnte, als wäre er selbst dabei gewesen.

Die Berichte waren durchgängig stark ideologisch gefärbt und endeten nicht selten mit dem Deutschen Gruß.

Neben den vielen Zeitungsartikeln über das aktuelle Dorfgeschehen gab es gelegentlich auch Beiträge zur Geschichte des Dorfes, wie etwa die lebendigen Schilderungen der Pfarrerstochter Emilie Heller über ihre Jugendzeit Mitte des 19. Jahrhunderts, umfangreiche Abhandlungen zur Geschichte des Adorfer Bergbaus, der Adorfer Post, Molkerei usw.

Im dörflichen Leben von Adorf treten seit 1933 spürbare Veränderungen ein. Sie finden ihren sichtbaren Ausdruck u. a. in der Einrichtung zusätzlicher regelmäßiger Festveranstaltungen.

War zuvor der Viehmarkt das (fast) einzige und “höchste Fest“ im Jahresablauf für Adorf und die ganze Umgebung, gab es nun außerdem noch 1. Mai-Feiern und Erntedankfeste mit aufwändig gestalteten Festzügen, Aufmärschen und durchorganisierten Abläufen.

Im Schützenfestjahr 1933 wurden der Adorfer Bevölkerung innerhalb von wenigen Monaten vier große Feste “zugemutet“, die auf dem Festplatz auf dem Dansenberg bzw. in der 1928 errichteten Festhalle stattfanden.

Die Berichterstattung hatte über Jahre hinweg einen im Verhältnis zur Größe des Dorfes relativ großen Umfang. Das änderte sich mit dem Ausbruch des Krieges in 1939, die Berichterstattung in der Folgezeit nahm spürbar ab. Zum Schluss sind es leider mehr und mehr die Todesmeldungen gefallener Soldaten, die die Seiten füllen.

Der Herausgeber hat - soweit das überhaupt möglich war - versucht, mit einem Inhaltsverzeichnis etwas Übersicht in die riesige Fülle von Zeitungsartikeln mit unterschiedlichen Themen zu bringen und damit dem Leser eine kleine Orientierungshilfe zu geben.


Das Buch hat einen Umfang von 348 Seiten und kostet 22 €. Es ist erhältlich im Geschäft Foto Ostermann in Adorf. Es kann auch (bei Übernahme der Versandkosten) direkt beim Herausgeber bezogen werden. E-mail: erwin@bruene.net.

Text- und Bildquelle: Erwin Brüne

Foto Ostermann ist zu den bekannten, normalen Öffungszeiten jederzeit geöffnet.



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