Buchvorstellung: Adorfer Jugenderinnerungen

Manche Bücher haben eine mehrstufige Entstehungsgeschichte – dieses auch:


Albert Schluckebier hat nach seiner Pensionierung als höherer Reichspost-Beamter seine Adorfer Jugenderinnerungen in den 1920er Jahren zu Papier gebracht; sein Neffe Georg Schluckebier (1905-1981) hat diese handschriftliche Vorlage in sauberer Sütterlinschrift in den Jahren 1946/47 abgeschrieben und die drei Herausgeber haben sie sorgfältig transkribiert und geben sie im Frühjahr 2020 der interessierten Öffentlichkeit zur Kenntnis.


Das im Selbstverlag im A-4-Format erschienene Buch enthält 26 Kapitel und im Anhang einen Bildteil mit historischen Fotos aus Adorf (Preis 18,00 €). Ab nächste Wocher wieder erhältlich bei Foto Ostermann!


Der Leser wird zunächst mit dem Elternhaus und den Hausgenossen Albert Schluckebiers bekannt gemacht, erfährt mancherlei über die Adorfer, Arolser und Lippstädter Schulen, über Adorf und seine Bewohner, über Kirche und Pfarrer, über Haus- und Feldarbeit, kurzum über den Alltag in einem waldeckischen Dorf in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Herausgeber: © Dr. Hans-Jürgen Römer, Erwin Brüne, Dr. h.c. Wilhelm Schluckebier

Aber auch die Weihnachts- und Frühlingsfeiern, Ostern und Pfingsten, Sängerfahrten und Viehmarkt sowie die Adorfer Schützenfeste kommen ausführlich zur Sprache.


Der Fokus der Berichterstattung liegt aber nicht in erster Linie auf seinem Heimatdorf, sondern viel stärker auf der Herausarbeitung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Dorf und Stadt – in diesem Falle zwischen Adorf und Mengeringhausen. Dazu skizziert Albert Schluckebier die Austauschbeziehungen, die er zwischen diesen beiden waldeckischen Gemeinden wahrnimmt und wechselt immer wieder auch die Perspektive.

Wer sich ein Bild vom Arbeiten und Feiern in den 1860er und 1870er Jahren im Waldecker Land und von gelungenen verwandtschaftlichen Beziehungen in den 14 km voneinander entfernten Ortschaften Adorf und Mengeringhausen machen will, der findet in Albert Schluckebiers Jugenderinnerungen viele Hinweise.


Am Ende des Buches, in dem „ziemlich alle Bewohner der Heimat, die für unsere Jugend von Bedeutung waren“ vorgestellt wurden, erinnert Albert Schluckebier noch an vier Adorfer: „Sprachgelehrter“, „Bildhauer“, „Volksschriftsteller“ und „Dichter“.



Textquelle: Dr. Hans-Jürgen Römer


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